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Chania

Chania ist die zweitgrößte Stadt Kretas und in den Augen vieler Besucher zugleich die zweit Schönste. Die meisten Touristen, die in den Verwaltungsbezirk Chania fahren, tun dies entweder wegen Chania selbst oder wegen der weit über die Grenzen Kretas hinweg bekannte Samaria-Schlucht. So ist es doch für viele immer noch etwas Besonderes, zu Hause davon erzählen zu können, durch die längste Schlucht Europas gewandert zu sein.

In den Verwaltungsbezirk Chania fährt fast jeder Kreta-Reisende mal, und sei es nur, um eine Wanderung durch die bekannte Samaria-Schlucht oder durch die Imbros-Schlucht zu machen. Doch dieser Bezirk hat wahrlich mehr zu bieten als nur die beiden Schluchten und die "Weißen Berge", in denen sie liegen. Für viele zählt Chania, die Hauptstadt des Bezirks, zu den schönsten Städten ganz Kretas, andere wiederum genießen vor allen Dingen die vielen kleinen Bergdörfer im Hinterland oder die äußerste Westküste. Aber es ist fast unmöglich, alles was dieser große Bezirk an Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, innerhalb eines Urlaubs kennen zu lernen.




Ein paar schöne Beispiele dafür finden sich in der Odos Tzanakaki sowie in der dazu parallel verlaufenden Odos Andrea Papandreou (früher Dimokratias). Auch für Fußgänger und Behinderte wurde einiges getan. So wurden Gehwege verbreitert und die Bordsteine zum Teil abgesenkt. In Punkte Sauberkeit hat sich auch einiges getan, regelmäßig werden nun die Straßen gefegt und man hat inzwischen vielerorts Container für Altpapier aufgestellt. Aber all das kann natürlich nicht darüber hinweg täuschen, daß Chania eine Großstadt ist. Das Besondere an Chania ist allerdings, daß man schon ein paar Meter entfernt von den Durchgangsstraßen in eine ganz andere Welt eintaucht. Hier findet man auf Schritt und Tritt Geschichte, Bauten aus der Zeit der Venezianer und der Türken herrschen hier vor. Auch wenn hier natürlich Tourismus pur vorherrschend ist, ein ruhiges Eckchen kann man immer finden, wenn man sucht.



Museen in Chaniá
In Chaniá gibt es drei Museen, das historische, das archäologische und das Marinemuseum. Das historische Museum ist Montags bis Freitags von 9.00 Uhr bis 13.00 geöffnet und vor allen Dingen für Kreta-Fans interessant. Der Eintritt ist derzeit frei. In ihm sind zahlreiche Dokumente, Waffen und Exponate aus den Befreiungskriegen gegen die Türken und aus dem zweiten Weltkrieg zu sehen. Weiterhin kann man in ihm Kirche- und Volkskunst besichtigen.



Das Marinemuseum liegt an westlichen Ecke des Hafens. In ihm kann man die gesamte Geschichte der kretischen Seefahrt sehen. Geöffnet ist es Mai bis September täglich von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr und Oktober bis April täglich 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt derzeit 500,-Drs. Während in Untergeschoss zahlreiche Schiffsmodelle und Grafiken aus vorchristlicher Zeit sowie aus der Antike zu sehen sind, erhält der Besucher im Obergeschoss Einblick in die Zeit der deutschen Invasion sowie in die griechische Seefahrt der Moderne. Im Obergeschoss gibt es weiterhin das Modell eines U-Boot-Komandoturms in Originalgröße.
Das archäologische Museum ist in der ehemaligen Klosterkirche San Francesco aus dem 16. Jh. untergebracht. Es ist von Montags bis Freitags in der Zeit von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr und am Wochenende von 8.30 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Während der türkischen Besetzung Kretas diente die Klosterkirche als Moschee, aus der Zeit stammt auch stilvolle Brunnen im Seitenhof. Besonders sehenswert sind hier die römischen Mosaike aus dem 3. Jh., deren Themen aus der Mythologie stammen.



Weitere Sehenswürdigkeiten:
Einer der schönsten Flecken Chaniás ist das Topanás-Viertel, wo man teilweise sehr geschmackvoll renovierte Häuser aus türkischer und venezianischer Zeit findet. Die Kirche Agios Nikólaos ist vermutlich die einzige Kirche der Welt, die sowohl einen Kirchturm als auch ein Minarett besitzt. Man findet sie in der Altstadt am Platiá 1821. Die Kirche wurde von den Venezianern gebaut und später von den Türken zu einer Moschee umgewandelt. Seit 1912 ist sie nun ein orthodoxes Gotteshaus. Von den venezianischen Arsenalen am Hafen, die dem Bau und der Winterlagerung der Galeeren dienten, sind insgesamt nur noch 7 übrig geblieben. Sie werden heute teilweise für Kunstausstellungen benutzt. Sehenswert ist mit Sicherheit auch der Stadtpark Chanias sowie das ehemalige Diplomatenviertel Chalepa, das noch aus der Zeit stammt, als Chania noch Hauptstadt Kretas war. Auch die großzügige Grabanlage von Eleftherios Venizelos oberhalb der Stadt gehört sicherlich zu den Sehenswürdigkeiten.